HUK Coburg legt offensichtlich Wert auf hochqualifizierte Kfz-Sachverständige – will aber die Kosten hierfür nicht übernehmen, wie man bei Captain HUK täglich nachlesen kann.

Nachdem die rechtswidrigen Kürzungen der Sachverständigenkosten – aufgrund engagierter Öffentlichkeitsarbeit – wohl mehr und mehr auf Widerstand stoßen und damit ins Stocken geraten und die HUK bei Gericht bereits tausendfach Schiffbruch erlitten hat (siehe Urteilsliste bei CH), versucht man es eben mal wieder mit einem Rundumschlag auf die „dumme Tour“. Der Geschädigte hatte zur Kalkulation seines Fahrzeugschadens einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen beauftragt. Bezahlen will die HUK die Sachverständigenkosten jedoch nicht, das sie den Sachverständigen für nicht ausreichend qualifiziert hält. Zum einen will die HUK stets nur auf Grundlage des selbst gebastelten Hilfsarbeiter-Honorartableaus abrechnen, andererseits erwartet man nun offensichtlich promovierte Kfz-Sachverständige? Ja was denn nun? Die „eierlegende Wollmichsau“ findet man in der freien Wildbahn genau so selten wie das Perpetuum mobile in der Physik. Einfach nur noch lächerlich, was die Coburger tagein tagaus abziehen. Hier das Schreiben vom 28.01.2016:

Sehr geehrte Damen und Herren,

den Schadenfall rechnen wir wie folgt ab:

Reparaturkosten                                       …..
Kostenpauschale                                      …..
Entschädigungsbetrag                              …..

Unsere Zahlungen:

… an Sie auf das Konto: …

Die Reparaturkosten rechnen wir nach Kostenvoranschlag bzw. Schadenbedarfsprognose des Sachverständigen ab. Ein Anerkenntnis ist damit nicht verbunden.

Anliegend erhalten Sie die Stellungnahme des Sachverständigen mit der Bitte um Kenntnisnahme.

Nach uns vorliegender Rechtsprechung ist es erforderlich, dass ein als Sachverständiger tätiger über die zur Erstellung erforderliche Qualifikation verfügt, da die Feststellungen neben Glaubhaftigkeit und Vertrauenswürdigkeit als gutachterliche Aussage verkehrsfähig sein müssen wie eine Urkunde (vgl. u. a. LG Paderborn 1 S 68/02, LG Kiel 8 S 408/01, AG Bergisch-Gladbach 68 C 104/02, AG Gelsenkirchen 32 C 254/03, AG Düsseldorf 56 C 3871/02, LG Köln 19 S 425/99, OLG Köln 6 U 208/96, OLG München 29 U 6380/93 in Verbindung mit BGH I ZR 98/99, LG Erfurt HKO 307/94, LG Bielefeld 4 O 247/96 in Verbindung mit OLG Hamm 4 U 259/96, LG Köln 19 S 491/95, AG Bielefeld 5 C 530/96, ZfS 6/2003 S. 269ff – Aufsatz RA Dr. Hörl).

Mindestqualifikationsvoraussetzung ist danach der Status eines Meisters in einem Kfz-spezifischen Bereich sowie darüber hinaus umfassende Kenntnis bzgl. des Kfz-Markts und die Fähigkeit auch unfallanalytische Problemstellungen behandeln zu können.

Unterlagen zum Nachweis hierfür liegen uns nicht vor, sodass wir das Gutachten nicht als Regulierungsgrundlage verwenden können, ebenso ist eine Erstattung des Sachverständigenhonorars nicht möglich. Das Original-Gutachten haben wir unserem Scheiben beigefügt.

Siehe hierzu auch:

BGH I ZR 234/94 vom 06.02.1997

OLG Hamburg 15 U 16/12 vom 29.03.2012)

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

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