Podiumsdiskussion zum aktiven Betriebscoaching durch Schadensteuerer und Versicherer

Quelle: Autohaus online vom 07.05.2010

Inwieweit sollen Versicherer oder Schadenvermittler aktiv die innerbetriebliche Prozessoptimierung durch Coachingaktivitäten von außen unterstützen? Dieser Frage ging die Podiumsdiskussion nach, an der sich Repräsentanten von Versicherern und Schadensteuerern aktiv beteiligt hatten. Für die HUK-Coburg waren Partner-Manager Ullrich Bechmann sowie Daniel Thomas, Leiter Netzwerkentwicklung und -steuerung, vertreten. Vorstand Thomas Kettner repräsentierte den Schadenvermittler Innovation Group. Markus Otterbach, Schadenleiter der DEVK-Regionaldirektion Stuttgart, sowie Ralph Ganzenmüller, HDI Schadenschutzverband-Geschäftsführer, standen ebenfalls für die Versichererseite Rede und Antwort. Vor zehn Jahren hatte ein Betrieb nach Repanet-Betriebsvergleichen laut Moderator Dr. Hennemann bei durchschnittlich elf Angestellten nur einen „unproduktiven“ Mitarbeiter in der Verwaltung. Heute führen bei 14 Angestellten bereits 3,5 Mitarbeiter administrative Tätigkeiten
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Und warum gibt es nach 10 Jahren Schadensmanagement 270% mehr unproduktive Mitarbeiter in der Verwaltung der Werkstätten? Weil diese Mitarbeiter heutzutage Arbeiten für Versicherer kostenlos erledigen (müssen), die früher von externen Dienstleistern wie Sachverständigen und Rechtsanwälten kostenpflichtig erledigt wurden. Die personelle Aufblähung des Personalstandes = ein weiterer Sargnagel für das Kfz-Gewerbe und ein Schenkelklopfer für die Versicherungen.

Die Rechnung ist doch recht einfach. Wenn ein Betrieb heute 2 unproduktive Mitarbeiter mehr in der Verwaltung beschäftigen muss, dann entsteht ein zusätzlicher Personalaufwand von mindestens 70-80.000 Euro/Jahr  zu Lasten der Werkstatt. Im Gegenzug werden die externen Dienstleister durch das Schadensmanagement ausgeschaltet. Die Versicherung spart also diese Kosten, die je nach Schadensvolumen bestenfalls in dieser Größenordnung entstehen können. Die Werkstatt erledigt die komplette Schadensabwicklung für „Umme“ oder möglicherweise für ein kleines „Bakschisch“ mit seinen zusätzlichen Verwaltungsmitarbeitern und arbeitet dafür noch zu wesentlich günstigeren Konditionen für seine „Partner-Versicherung“. Gleichzeitig entzieht man den Werkstätten unabhängige Berater zu technischen und/oder rechtlichen Fragen. Aber weil das immer noch nicht genug ist, wollen die Versicherer nun komplett in die Betriebsstrukturen der Werkstätten einbrechen, mit dem Ziel, die volle Kontrolle zu bekommen. Coaching, Betriebsvergleiche, Strukturanalyse und so.

Liebe Werkstätten: Dümmer geht´s wirklich nimmer!

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Ein Kommentar zu Podiumsdiskussion zum aktiven Betriebscoaching durch Schadensteuerer und Versicherer

  1. virus sagt:

    Hallo Hans Dampf,

    weltweit ist es gerade Mode, sehenden Auges in die Katastrophen zu schlittern. Warum sollen sich da nicht auch Kfz-Reparaturbetriebe das bequeme Hemd der Manipulation anziehen (lassen)?

    Virus

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