Schadensmanagement der Versicherungen

Die gigantische Summe von über einer halben Milliarde Euro setzte die Versicherungswirtschaft ein, um das sog. "Schadenmanagement" = Schadensteuerung am Markt zu installieren.

1.)

Um dieses  "Schadenmanagements" überhaupt erfolgreich am Markt zu plazieren, schaffte man zunächst Fakten: Der GDV (Gesamtverband der Versicherer) übernahm zunächst einmal die ADAC-Notruf- Säulen zu einem Preis von ca. 970 Millionen DM !, soweit ich mich erinnere. Dass dieser Verkauf an den GDV ein folgenschwerer Fehler war, weiß der ADAC heute hoffentlich.

2.)

Auch die Björn Steiger- Notrufsäulen wurden vom GDV übernommen, hier ist mir der Kaufpreis nicht bekannt.

3.)

Danach wurde dem GDV bundesweit die zentrale Koordination der Abschleppvorgänge (nach Verkehrsunfall) übertragen. Ich frage mich, wieso eine hoheitliche Aufgabe ohne jeden Grund dem Lobbyisten der Versicherungswirtschaft schlechthin übertragen wurde? Früher regelten das die zuständigen Einsatzzentralen der Polizei und zwar zur allgemeinen Zufriedenheit.

Diese drei "Schachzüge" des GDV waren meiner Meinung nach Grundvoraussetzung zur Installation des Kartells "Schadenmanagement", da man dadurch als  E r s t e r  an Informationen zu Unfallgeschehen kam. Danach konnte man sich daran machen, die "Feinheiten" anzugehen:

Unzählige  "Vertrauenswerkstätten der Versicherungen" wuchsen wie Pilze aus dem Boden. Diese müssen zu vorgeschriebenen Dumpingpreisen arbeiten und zudem noch zahlreiche kostenlose Serviceleistungen erbringen.

Vorreiter war hier, wie sollte es auch anders sein, die HUK- Coburg.

Nun wurden von den Versicherern sog. "Call- Center" installiert, deren eigens darauf trainierte Mitarbeiter die Geschädigten Tag und Nacht sofort an die jeweilige Schädiger- Versicherung vermitteln.

Was dies wohl die Versicherten- Gemeinschaft kostet, zumal hier auch noch nach meinen Informationen Provisionen an die Call- Center Mitarbeiter fliessen und zwar dann, wenn  man den Geschädigten dazu bringt, dass  k e i n  Verkehrsrechtsanwalt und  k e i n  unabhängiger KFZ- Sachverständiger eingeschaltet wird ?

Den geschulten Mitarbeitern dieser Call- Center ist es nach meiner Meinung ein Leichtes, zahllose, ahnungslose Geschädigte, noch unter dem Eindruck des Unfalls stehend, dazu zu bringen, die gesamte Schadenabwicklung der Schädigerversicherung zu überlassen. Die Vorteile für die Versicherungen liegen klar auf der Hand:

Ausschaltung des Verkehrs-Rechtsanwaltes, der alle ersatzpflichtigen Schadenersatzansprüche kennt und durchsetzt.

Ausschaltung des unabhängigen, weisungsfreien KFZ-Sachverständigen, der als Verbraucherschützer den Schaden so erfaßt und in seinem Gutachten  dokumentiert, dass  der Schaden vollumfänglich sach-und fachgerecht behoben werden kann und eine eventuelle Wertminderung nach den tatsächlichen Marktgegebenheiten festlegt, der im Totalschadenfall einen Wert ermittelt, zu dem sich der Geschädigte beim örtlichen Vertragshändler in einem angemessenen Zeitraum, ein adäquates  Ersatzfahrzeug beschaffen kann.

Ausschaltung von Mietwagenunternehmen, welche nicht ohnehin schon von Versicherern beherrscht werden, bzw. welche sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen einem Preisdiktat wiedersetzen.

Qualität hat nämlich seinen Preis: Verantwortungsbewusste Mietwagenunternehmer rüsten alle ihre Fahrzeuge bei entsprechender Witterung auf Winterbereifung um, spezialisierte Unfallvermieter stellen Ersatzfahrzeuge Tag und Nacht zu, um die Mobilität des Geschädigten sofort weiter zu ermöglichen. Ausschaltung von Abschleppdiensten, welche   n i c h t   vertraglich an den GDV  gebunden sind und daher von dort keine Weisungen entgegen nehmen müssen. Ausschaltung von Fachwerkstätten, die  n i c h t  bereit sind, zu Dumpingpreisen für Versicherungen zu arbeiten, da dies nach deren Meinung ausschließlich zu Lasten der Reparatur-Qualität und der Sicherheit gehen kann. Ausschaltung von ortsansässigen, seriösen Aufkäufern, welche Unfallfahrzeuge nur zu einem Preis ankaufen, der eine gesetzeskonforme Entsorgung, bzw. Weiterverwertung gewährleisten kann. Fragen an die Juristen in diesem Blog: Es gibt da doch sowohl im BGB, als auch im EU-Recht einen Paragraphen, der mit Förderung fremden Wettbewerbs etwas zu tun hat. Greift das hier nicht ? Weiter habe ich gehört, dass ein "Unfallhelfer-Ring" gesetzwidrig ist. Gilt das nur für Privatpersonen/Unternehmen oder auch für die Versicherungen ? 

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