AG Lahnstein verurteilt die Unfallverursacherin persönlich, die bei der HUK-COBURG versichert ist, zur Zahlung der von ihrer Versicherung nicht vollständig gezahlten Sachverständigenkosten mit Urteil vom 12.5.2014 – 20 C 638/13 -.

Hallo verehrte Captain-Huk-Leser,

wieder erging ein Urteil direkt gegen die Fahrerin des bei der HUK-COBURG versicherten Unfallfahrzeuges. Wieder hatte die HUK-COBURG den Schadensersatz nicht vollständig geleistet, obwohl ihre Haftung zu einhundert Prozent betand. Da das Kürzen der Sachverständigenkosten bei der HUK-COBURG Methode hat, hat die Geschädigte, anwaltlich gut beraten, nicht mehr die HUK-COBURG, sondern die Schädigerin direkt wegen des Restschadensersatzes in Anspruch genommen. Und wieder erging ein Urteil wegen des restlichen Schadensersatzes in Form der restlichen Sachverständigenkosten direkt gegen die Versicherungsnehmerin der HUK-COBURG. Dabei konnte die zuständige Amtsrichterin des AG Lahnstein sich kurz und knapp halten, denn die Rechtslage war nach dem Urteil des BGH vom 11.2.2014 – VI ZR 225/13 – (=BGH DS 2014, 90 = MDR 2014, 401 = NJW-Spezial 2014, 169) eigentlich klar, was auch der HUK-COBURG und deren Kölner Anwalt hätte bewußt  sein müssen. Gleichwohl wurde auch weiterhin gekürzt. Allerings hat nunmehr die Versicherungsnehmerin Kenntnis von den rechtswidrigen Schadenskürzungen durch ihre Versicherung aus Coburg. Lest selbst und  gebt bitte Eure Kommentare ab. 

Viele Grüße
Willi Wacker

Aktenzeichen:
20 C 638/13

Amtsgericht
Lahnstein

IM NAMEN DES VOLKES

Urteil

in dem Rechtsstreit

der Frau B. P. aus  N.

– Klägerin –

Prozessbevollmächtigter:

gegen

Frau S. P. aus  F.

– Beklagte –

Prozessbevollmächtigter: Rechtsanwalt B. M. aus K.

wegen Forderung

hat das Amtsgericht Lahnstein durch die Richterin am Amtsgerichts … im schriftlichen Verfahren gemäß § 495 a ZPO auf das Ende der Schriftsatzfrist vom 28.02.2014 für Recht erkannt:

1.        Die Beklagte wird verurteilt an die Klägerin 99,77 € nebst Zinsen hieraus in Höhe von 5 Prozentpunkten jährlich über dem Basiszinssatz seit 29.11.2012 zu zahlen.

2.        Die Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin 6,07 € nebst Zinsen hieraus in Höhe von 5 Prozentpunkten jährlich über dem Basiszinssatz seit 07.11.2013 zu zahlen.

3.        Die Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.

4.        Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

Entfällt gem. § 313 a ZPO.

Entscheidungsgründe

Die Klage ist zulässig und begründet.

Der Klägerin steht gegen die Beklagte der Anspruch auf Ersatz der restlichen Sachverständigen aus §§ 7, 17 StVG, 249 BGB zu. Unstreitig besteht eine uneingeschränkte Haftung der Beklagten für die der Klägerin anlässlich des Verkehrsunfalls entstandenen Schäden.

Nach § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB hat der Schädiger den zur Wiederherstellung der beschädigten Sache erforderlichen Geldbetrag zu zahlen. Es könne diejenigen Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in der Lage des Geschädigten zur Behebung des Schadens zweckmäßig und angemessen erscheinen. Im vorliegenden Fall war die Klägerin berechtigt, einen qualifizierten Gutachter ihrer Wahl mit der Erstellung des Schadensgutachtens zu beauftragen. Ein Auswahlverschulden ist der Klägerin nicht vorzuwerfen. Sie hat einen ortsnahen, qualifizierten Sachverständigen mit der Begutachtung beauftragt.

Dass der Sachverständige gemäß dem mit der Klägerin abgeschlossenen Vertrag seine Vergütung in Relation zur Schadenshöhe abgerechnet hat, begründet kein Auswahlverschulden. Die Grenze der rechtlich zulässigen Preisgestaltung ist nicht überschritten. Die Klägerin ist nicht verpflichtet eine Marktforschung zu betreiben, um für den Schädiger einen möglichst preisgünstigen Sachverständigen zu finden. Ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Honorierung ist nicht zu erkennen. Unstreitig entspricht das abgerechnete Grundhonorar den VKS-Umfrageergebnissen. Es besteht auch kein auffälliges Missverhältnis zwischen der ermittelten Scchdenshöhe und dem abgerechneten Honorar.

Die abgerechneten Nebenkosten sind nicht zu beanstanden.

Nach alledem war wie ausgeurteilt zu erkennen.

Die Nebenentscheidungen beruhen auf §§ 286, 288, 291 BGB.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO, die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit auf §§ 708 Nr. 11, 711 ZPO.

Und jetzt bitte Eure Kommentare.

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