Erneutes Mietwagenurteil, das AG Würzburg verurteilt HDI

Das Amtsgericht Würzburg hat mit Endurteil vom 11.06.2008 die HDI verurteilt, an den Kläger 239,23 € nebst Zinsen zu zahlen.

Aus den Entscheidungsgründen:

Der Kläger hat für die Dauer der Reparatur (3 Tage) ein Ersatzfahrzeug gleicher Klasse angemietet, im Modus beträgt der Grundtarif im “Normaltarif‘ 406,00 EUR, hiervon sind die ersparten Eigenaufwendungen mit 10 % gem. § 287 ZPO herauszurechnen, dies ergibt einen Grundbetrag von 365,40 EUR. Hierzu ist nach ständiger Rechtsprechung im hiesigen Bezirk ein Risikoaufschlag für das Unfallersatzrisiko zu rechnen, dies ergibt einen Gesamtbetrag von 438,46 EUR. Hinzu kommen die im “Normaltarif‘ verlangten Nebenkosten für Zustellung, Abholung und Haftungsbe­freiung mit insgesamt 109,46 EUR brutto (netto 66,00 EUR und 26,00 EUR), insgesamt ergibt sich damit ein Betrag in Höhe von 547,94 EUR.

Abzüglich der bereits erfolgten Teilzahlung ist die Klage daher mit dem im Tenor ausgeworfe­nen Umfang in Höhe von 239,23 EUR begründet.

Soweit die Beklagte meint, die Schwacke-Liste gäbe die Preissituation nicht zutreffend wieder, so ist auch das Gericht der Auffassung, dass derartige Statistiken, wie nahezu jede Statistik, durchaus diskussionswürdig sind, nämlich schon dann, wenn man die zugrunde liegenden Da­tenmengen nicht kennt. Insofern lassen sich gefundene Ergebnisse jeweils trefflich begutach­ten, soweit die Gutachten – wenn man sie so bezeichnet – nicht ohne das Lager, in dessen Auf­trag sie erstellt wurden, bewerten lassen. Jedenfalls ist dem Gericht aus einer Unzahl von Verfah­ren dieser Art, in denen regionaltätige Sachverständige beauftragt waren, bekannt, dass diese Lis­te im Mietpreisrahmen im wesentlichen zutrifft.

Dass sich die Preise der Liste O3 im Vergleich zur Liste O6 erhöht haben, ist wahrlich keine neue Erkenntnis wie auch die, dass Waren und Dienstleistungen, soweit sie ihren Grund in den Ar­beitskosten im inländischen Sektor haben, in den letzten drei Jahren signifikant gestiegen sind.

Allerdings ist auch einzuräumen, dass die Signifikanz durchaus vom eigenen Betroffensein be­stimmt wird. Im übrigen wird zur Einschätzung der Schwacke-Liste verwiesen auf das Urteil des BGH (VI ZR 164/07, so schon auch Urteil des OLG Karlsruhe 13 U 217/06 vom 18.9.2007).

So die halbseitige Urteilsbegründung des Amtsgerichtes Würzburg.

Urteilsliste „Mietwagenkosten” zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Haftpflichtschaden, HDI-Gerling Versicherung, Mietwagenkosten, Urteile, Urteile Mietwagen, Urteile pro Schwacke abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu Erneutes Mietwagenurteil, das AG Würzburg verurteilt HDI

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.