Neues (unterirdisches?) HUK Anschreiben vom 25.03.2014 nach der aktuellen BGH-Entscheidung gegen die HUK-Coburg vom 11.02.2014 (VI ZR 225/13)

Der Realitätsverlust der HUK-Verantwortlichen ist ja hinreichend bekannt und kann wohl kaum noch getoppt werden? Offensichtlich gibt es aber immer noch „Potential“ zur Steigerung bei den „genialen HUK-Strategen“. Die HUK hat zum Thema SV-Honorar seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts fast alles verloren, was es zu verlieren gab (siehe z.B. Urteilsliste bei Captain HUK). Und wenn man in Coburg glaubte, in den Instanzen irgendeinen Teilerfolg errungen zu haben, dann  wurde der Mist vom BGH immer wieder aufgehoben. So auch bei der neuesten BGH-Entscheidung VI ZR 225/13 vom 11.02.2014. Der „Stern der HUK“ ist (insbesondere beim Thema Sachverständigenhonorar) in den letzten Jahren nicht nur dramatisch gesunken, sondern gilt inzwischen als komplett „abgesoffen“. Trotzdem macht die HUK munter weiter wie bisher und ignoriert nun auch das neueste BGH-Urteil. Eigentlich hatten wir es nicht anders erwartet, aber die Hoffnung (auf geistige Eingebung) stirbt ja bekanntlich zuletzt?

Hier nun ein aktuelles Kürzungsschreiben der HUK an einen Kfz-Sachverständigen, das an Frechheit (und Ignoranz) kaum noch zu überbieten ist?

Würzburg, 25.03.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir zahlen heute an Sie:

Sachverständigonhonorar                    581,00 €

Auszuzahlender Betrag                        581.00 €

Diesen Beirag haben wir auf das Konto … überwiesen.

Die Sachverständigenrechnung haben wir nur teilweise ausgeglichen, da das Honorar nach unserer Auffassung einerseits den erforderlichen Aufwand zur Schadenbeseitigung (§ 249 BGB) übersteigt und anderseits gegen die Pflicht zur Schadensminderung (§ 254 Abs. 2 Satz 1 Fall 2 BGB) verstoßen wurde.

Nach den Urteilen des BGH vom 23.01.2007 (Az. VI ZR 67/06) und 11.02.2014 (Az. VI ZR 225/13) kann ein Geschädigter nach § 249 Abs. 2 BGB nur die tatsächlich erforderlichen Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in seiner Lage zur Behebung des Schadons zweckmäßig und angemessen erscheinen. Dabei ist er zwar grundsätzlich nicht zur Marktforschung verpflichtet, um einen möglichst preisgünstigen Sachverständigen ausfindig zu machen, allerdings verbleibt ihm das Risiko, dass er einen Sachverständigen beauftragt, der sich später im Prozess als zu teuer erweist.

Soweit der Geschädigte die Höhe der für die Schadensbeseitigung aufzuwendenden Kosten beeinflussen kann, ist er hierzu unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht (§ 254 Abs. 2 Satz 1 BGB) gehalten, im Rahmon des ihm Zumutbaren den wirtschaftlicheren Weg der Schadensbehebung zu wählen bzw. die Maßnahmen zu ergreifen, die ein wirtschaftlich denkender Mensch in seiner Lage ergreifen würde. Dies gilt insbesondere dann, wenn er aus den getroffenen Vereinbarungen mit dem Sachverständigen Umstände erkennen kann, dass die Honorarrechnung die Erforderlichkeit der Aufwendungen übersteigen könnte.

Verlangt der vom Geschädigten gewählte Sachverständige erkennbar überhöhte Honorarsätze für seine Tätigkeit, gebietet das schadensrechtliche Wirtschaftliehkeitsgebot, einen lokalen günstigeren Sachverständigen zu beauftragen,

Hinsichtlich der Bemessung des Honorars legen wir das Honorartableau 2012 – HUK-COBURG, basierend auf der BVSK-Honorarbefragung 2010/2011, als Maßstab zugrunde. Die dort veröffentlichten Bruttoendbeträge orientieren sich an der Schadenhöhe und enthalten die i. d. R. erforderlichen Nebenkosten und die Mehrwertsteuer.

Ohne entsprechenden Vortrag hierzu muss es bei der zur Verfügung gestellten Zahlung verbleiben.

Mit freundlichen Grüßen

HUK-COBURG Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse
kraftfahrender Beamter Deutschlands a. G. in Coburg
Ihr Schaden-Team

Aufgrund der Tatsache, dass in den BGH-Urteilen eine völlig andere Botschaft vermittelt wird und die Themen „Angemessenheit“ sowie irgendwelche Listen des BVSK sowieso nun endgültig erledigt sind, fragt man sich unwillkürlich, ob die Verantwortlichen bei der HUK des Lesens (eines BGH-Urteils) überhaupt mächtig sind?

Wie schon an anderer Stelle festgestellt, sind Schreiben wie diese wohl abmahnfähig, sofern sie an Dritte (Geschädigte, Rechtsanwälte usw.) versendet werden. Je nach Formulierung  liegt eine Geschäftsschädigung gegenüber dem Sachverständigen vor, wenn man Dritten gegenüber vermittelt, der Sachverständige rechne überhöht bzw. nicht korrekt ab (Unterlassungsanspruch wg. Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Geschäftsbetrieb).

Vor Ergreifung geeigneter Maßnahmen gegen die HUK entsprechende Schreiben bitte vorab an die Captain-HUK-Redation senden!

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

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11 Kommentare zu Neues (unterirdisches?) HUK Anschreiben vom 25.03.2014 nach der aktuellen BGH-Entscheidung gegen die HUK-Coburg vom 11.02.2014 (VI ZR 225/13)

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