Nutzungsausfallschaden 3.500,00 €!

Die rechtswidrige Regulierungspraxis der HUK-Coburg hat wieder zu einer finanziellen Belastung ihrer Versichertengemeinschaft geführt.
Die HUK-Coburg musste sich in einem Vergleich vor dem Amtsgericht Fürstenwalde unter dem offenbar nicht mehr zu ertragenden Druck der wahren Rechtslage gegenüber dem geschädigten Unfallopfer verpflichten, an dieses im Wesentlichen Nutzungsausfall in Höhe von 3.500,00 € zu zahlen.

Sachverhalt:

Der 21 Jahre alte VW Golf II wurde durch einen VN der HUK-Coburg in einem Verkehrsunfall erheblich beschädigt. Das Schadensgutachten hatte einen sogenannten 130%-Grenzfall zum Ergebnis. Auf Basis der Zahlen des Sachverständigengutachtens entschied sich die Geschädigtenseite dann zur Durchführung einer fachgerechten Reparatur entsprechend dem Schadensgutachten. Nach Abschluss der fachgerechten Reparatur in einer Fachwerkstatt nach den Vorgaben des Sachverständigengutachtens war der Geschädigte aus eigenen Mitteln nicht in der Lage, die Reparaturkostenrechnung zu begleichen. Er war deshalb auf die Regulierungsleistung der HUK-Coburg angewiesen.

Natürlich blieb diese aus.

Die HUK-Coburg weigerte sich, die Reparaturkosten sofort zu regulieren und verhielt sich damit mit Rücksicht auf die entgegenstehende BGH-Rechtsprechung eindeutig rechtswidrig.
Da sich die Reparaturwerkstatt auf ihr Werkunternehmerpfandrecht gegenüber dem Geschädigten berief und nicht bereit war, das Fahrzeug ohne vorherige vollständige Bezahlung der Reparaturrechnung an den Geschädigten hinaus zu geben, war das Unfallopfer nun durch die rechtswidrige Regulierungsverweigerung der HUK-Coburg zum Fußgänger degradiert.
Das Unfallopfer musste daraufhin auf Erstattung der ihm in Rechnung gestellten Reparaturkosten klagen und gewann natürlich diesen Prozess.
Nun erst zahlte die HUK-Coburg die Reparaturkosten und das Unfallopfer war in der Lage, die Werkstattrechnung zu bezahlen und damit das Pfand – den eigenen PKW – auszulösen. 

Eigentlich sollte man meinen, dass es damit dann nun gut ist, aber leider weit gefehlt!

Nunmehr musste das Unfallopfer die ihm in Rechnung gestellten Standkosten des Autohauses und den Nutzungsausfallschaden für die vergangene Zeit, insgesamt einen Betrag von knapp unter 5.000,00 €, natürlich wieder gegen die HUK-Coburg einklagen, weil diese erneut rechtswidrig jede Regulierung dieses weiteren, durch ihr vorheriges rechtswidriges Verhalten zusätzlich entstandenen Schadens verweigerte.
Im Termin zur mündlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht Fürstenwalde wies das Gericht darauf hin, dass es den Klageanspruch grundsätzlich für gerechtfertigt hält und die beklagte HUK-Coburg antragsgemäß verurteilen wird.
Leider war das Unfallopfer nach den mittlerweile monatelangen Rechtsstreiten dringend auf weitere Zahlungen durch die HUK-Coburg angewiesen und musste sich so auf einen Vergleich mit der HUK-Coburg einlassen.
Es folgte im Termin noch eine vergleichsweise Einigung auf Zahlung von 3.500,00 €, so dass ich hier leider nicht über ein Urteil sondern aus finanziellen Zwängen des Unfallopfers heraus lediglich über den abgeschlossenen Vergleich berichten kann.

Dem Geschäftsführer des BVSK, Herrn Rechtsanwalt Fuchs, ist ohne Abstriche beizupflichten, wenn er in seinem Beitrag in der Zeitschrift „Der Sachverständige“ Anfang diesen Jahres das Regulierungsverhalten der HUK-Coburg als unmoralisch eingestuft hat, denn die von der HUK-Coburg tagtäglich an den Tag gelegten, rechtswidrigen Regulierungsverkürzungen treffen Unfallopfer, die lediglich nach einer banalen Selbstverständlichkeit streben, nämlich der schlichten Wiedergutmachung des ihnen rechtswidrig angerichteten Schadens.

Im Ergebnis ist damit aber nun das Unfallopfer unter Zuhilfenahme eines ordentlichen Gerichtes zu seinem berechtigten Schadensersatz gekommen.
Besonderen Anteil an diesem Erfolg hat der von mir sehr geschätzte Kollege Bernhard Trögl, der in diesem Fall dem Unfallopfer als anwaltlicher Vertreter zur Seite stand.

 

Mitgeteilt von Peter Pan im Mai 2009

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14 Kommentare zu Nutzungsausfallschaden 3.500,00 €!

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