Aktives Schadenmanagement in „Reinkultur“. DEVK versucht es mal mit „Anstiftung zum Mandantenverrat“

Wie wir alle wissen, wird bei der Regulierung am Schadensmarkt schon seit vielen Jahren mit knallharten Bandagen gekämpft. Jedes Mittel scheint irgendwie recht zu sein, um dem Unfallgegner doch noch ein paar Euro seines Vermögens abzuringen. Die DEVK ist auch hier immer wieder für die eine oder andere Überraschung gut. Insbesondere wenn es sich lohnt und vor allem noch ein paar Euro mehr bei der Sache herausspringen. Dem Einfallsreichtum „kranker Gehirne“ sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt? So verwundert es auch nicht, wenn die DEVK versucht, den gegnerischen Rechtsanwalt mit ins Versicherungsboot zu ziehen, indem man ihm etwas mehr Honorar anbietet (1,8 Gebühr anstatt 1,3) , sofern er die Restforderung seines Mandanten „unter den Tisch fallen lässt“? Die analoge „Motivation“ des ehemaligen DAV-Abkommens lässt grüßen? Meiner Ansicht nach handelt es sich hierbei um einen eindeutigen Bestechungsversuch seitens der DEVK Versicherung. So zumindest kann man das Schreiben der DEVK an einen Rechtsanwalt interpretieren (wie sonst?)?
Strafrechtliche Konsequenzen sollten auf alle Fälle geprüft werden, da das Mandatsverhältnis ein besonderes Vertrauensverhältnis darstellt, das diese Versicherung durch Zahlung eines Geldbetrages durchbrechen will („Anstiftung zum Parteiverrat“).

Zuerst der Begleittext des betroffenen Rechtsanwalts zu dem DEVK-Anschreiben:

„Die Regulierung ist fast abgeschlossen; im wesentlichen streiten wir uns um die Begleichung der Transportkosten für das Ersatzfahrzeug, das aus einer Entfernung von 450km geholt werden mußte, da nach Aussagen des Markenhändlers am örtlichen Markt nicht erhältlich.

Auch der Hinweis auf das Urteil des OLG Naumburg vom 10.06.2010 (2 U 7/10), das mit sauberer Argumentation die Transportkosten zuspricht, half nichts.

Was die DEVK von mir will, ist klar: Parteiverrat indem ich die Regulierung abbreche, um meine restlichen Gebühren zu erhalten.

Daß ich außer Klage zu erheben auch eine Strafanzeige prüfe, dürfte klar sein.

Und hier nun das Schreiben der DEVK:

Sehr geehrter Herr … ,

wir rechnen wie folgt ab:

Rechtsanwaltsgebühren                            xxx,xx EUR

verbleibt                                                    xxx,xx EUR

Den Betrag in Höhe von xxx,xx EUR überweisen wir auf das Konto … zu folgendem Verwendungszweck: … .

Ihre Kostennote gleichen wir mit einer 1,3 Gebühr aus. Sofern Sie uns den Abschluss der Sache bestätigen, erfolgt die Abrechnung mit einer 1,8 Gebühr.

Mit freundlichem Gruß

Unterschrift

Noch Fragen? Ich schon!

Wie oft wurde/wird dieser Versuch unternommen und vor allem – wie oft funktioniert so eine „Schweinerei“?

Anwälte, die „Geschenke“ dieser Art von der DEVK angenommen haben und die offene Schadensakte daraufhin geschlossen wurde, kann man gleich mit auf die Liste der Strafanträge setzen.

Wie einfältig muss man eigentlich sein, dass man so ein „Angebot“ annimmt? Sofern man sich nur einmal darauf einlässt, ist man für alle Ewigkeit durch die DEVK erpressbar. Und das bei einem Mehrertrag in dieser Schadensangelegenheit von etwas über 200 Euro?

Entweder halten die die Anwälte allesamt für saublöd, oder es funktioniert tatsächlich?
Wenn sich diese Art des „individuellen Regulierungsabkommens“ tatsächlich schon etabliert haben sollte, dann würde es auch erklären, warum viele Anwälte die Schadenregulierungen vorzeitig abbrechen oder Mandanten auch bei klaren Fällen raten, von einer Prozessführung Abstand zu nehmen. Wie in der guten alten Zeit des DAV-Abkommens?

Versicherer suchen immer wieder neue Wege, die Gegenseite „einzukaufen“. Dieser dürfte jedoch in einer Sackgasse enden?

Weitere Schreiben bitte an die CH-Redaktion senden.

Übrigens: Nach Angaben des Einsenders wurde auch der BVSK über diesen unglaublichen Vorgang informiert => Schweigen im Walde…

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