Herr R.-P. Hoenen, Präsident des GDV, zeigt sich offensichtlich „genervt“

Schuld sind immer die Anderen

Angesichts der nachfolgenden Äußerungen von Herrn Hoenen kann ich mir ein Lächeln leider nicht verkneifen. Dass Herr Hoenen noch während seiner Amtszeit beim GDV die Früchte (auch seiner „Vorstandsarbeit“) ernten muss (siehe z.B. die Urteilslisten bei Captain-HUK), darauf hätte er bestimmt gerne verzichtet? Die Urteilsliste zum Sachverständigenhonorar ist z.B der beste Beleg dafür, wie ein Versicherer auch bei kleinsten Beträgen die Zahlung systematisch verzögert und Rechtsstreite eingeht. Eine Versicherung, bei der er von 1991 bis 2009 als Vorstandsvorsitzender für Verzögerungen dieser Art selbst mit verantwortlich war. Von den weiteren „Errungenschaften“ des Schadenmanagements ganz zu schweigen, die in seiner Amtsszeit als HUK-Vorstand „etabliert“ wurden.

Schadenregulierung 24.09.2012

Versicherer leiden unter Nichtzahler-Image

Weil ihn Berichte über zögerlich regulierte Schäden ärgern, keilt GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen gegen Medien und Anwälte. Seine Argumentation: Zwar gebe es in Einzelfällen bei der Abwicklung Probleme, in der Regel regulieren die Versicherer aber schnell. von Herbert Fromme

(…….)

„Aber die Fakten sind eindeutig, die Regulierungsgeschwindigkeit in der Branche ist nicht zurückgegangen“, sagte Hoenen. Als Beispiel nannte er die Autohaftpflichtversicherung: Fast drei Viertel aller Fälle werden nach seinen Angaben noch im Jahr der Meldung erledigt. „Das sind zugegebenermaßen vor allem die kleinen und mittleren Sachschäden“, sagte Hoenen.

Quelle: FTD, alles lesen >>>>>>>>

Eines wurde im Beitrag der FTD auch nicht angesprochen. Die Tatsache, dass inzwischen immer mehr Schädiger einen Teil des verursachten Schadens aus eigener Tasche zahlen müssen, sofern die Versicherung berechtigten Schadensersatz zurückhält bzw. verweigert.

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10 Kommentare zu Herr R.-P. Hoenen, Präsident des GDV, zeigt sich offensichtlich „genervt“

  1. Leser sagt:

    Hallo, viel sagend ist auch der Artikel.

    Ex-Manager soll Versicherer kontrollieren

    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:top-aufsichtsposten-ex-manager-soll-versicherer-kontrollieren/70094635.html

  2. F-W Wortmann sagt:

    Wieder einmal demaskiert sich der GDV, vertreten durch seinen Präsidenten. Wenn bei Kraftfahrtschäden nur drei Viertel der Schäden im gleichen Jahr reguliert werden, so ist das zu wenig. Immerhin hat das Jahr 365 Tage. Schadensersatzregulierungen im Kfz-Bereich sind spätestens nach 3 Wochen vorzunehmen. Mehr Frist braucht ein Versicherer nicht. Nicht erforderlich ist ein zeitaufwendiges Verfahren zur Reduzierung der Stundensätze und zur Streichung der UPE- und Verbringungskosten. Nicht erforderlich ist ein zeitaufwendiges Verfahren zur Ermittlung der Internetrestwerte. Alles das weggelassen, kann ein Versicherer – bei good will – innerhalb von 21 Tagen vollumfänglich regulieren!

    Nein, nein Herr Hoenen. Der Bericht der ARD von Christoph Lütgert und andere Fernsehberichte sind durchaus geeignet, die unmenschliche Regulierungspraxis der Versicherer darzustellen. Das sind auch keine Einzelfälle.

    Auch sind nicht die Anwälte die Bösen. Die Anwälte sind aufgrund des Mandatsvertrages verpflichtet, die dem Unfallopfer zustehenden Ansprüche durchzusetzen. Die Schuld liegt allein bei den Versicherern. Wenn die korrekt regulieren würden, bräuchten die Unfallopfer nicht auf ihre Rechte zu pochen und zur Durchsetzung ihrer Rechte Anwälte einzuschalten. Die Bösen sind die nicht korrekt regulierenden Versicherer. Die Zahl der unzufriedenen Opfer steigt doch und hat mittlerweile die Einwohnerzahl von Starnberg erreicht. Das sind die Fakten, Herr Hoenen.

    Das, was die HUK-Coburg gesät hat, das kann nunmehr der GDV und dessen Präsident ernten, nämlich massenweise unzufriedene Unfallopfer, die gezwungen sind, mit anwaltlicher Hilfe die Gerichte anzurufen. Gut, dass es qualifizierte Rechtsanwälte für Schadensrecht gibt, die den – teils unsinnigen – Argumenten der Versicherungen Paroli bieten können.

    Nein, nein, Herr Hoenen, das Statement gegenüber der Financial Times Deutschland überzeugt keineswegs. Vielmehr ist die Gereiztheit des GDV über die unmöglichen Praktiken der Mitgliedsversicherungen und das öffenliche Darbieten deutlich spürbar. Der Fernsehbeitrag von Herrn Lütgert geht offenbar auch dem GDV unter die Haut. So sollte es sein. Hoffentlich werden die Versicherer sensibilisiert. Vielleicht spricht der Herr Präsident mahnend auf seine Mitglieder ein. Zu wünschen wäre es im Sinne der Unfallopfer!

    Aber ich glaube es nicht!!

    Mit freundlichen Grüßen und
    eine schöne Woche
    F-W Wortmann

  3. Vaumann sagt:

    Peinlich,Herr Hoenen!
    Versicherer,die nicht im GDV sind,haben längst massiven Zulauf—noch nich gemerkt?
    Wen wundert´s -:-

  4. Schlapphut sagt:

    Hallo Kollege Vaumann,
    gibts denn Versicherungen, die nicht Mitglied im GDV sind?
    Mit stillem Gruß
    Dein Schlapphut

  5. unbekannt12380 sagt:

    Wenn drei Viertel aller Schäden noch im gleichen Jahr reguliert werden – beinhaltet das dann auch diejenigen, die erst gerichtlich abschließend reguliert sind? Wohl kaum!

    Anders überlegt: Wenn drei Viertel aller Schäden im gleichen Jahr reguliert werden, dann bedeutet dies, dass auch ein Schaden, der am 1.1. entsteht und gemeldet wird, darunter fällt, wenn der Sachbearbeiter gnädigerweise am 31.12. reguliert. Auch wenn häufig die Zahlungen doch schneller kommen, aber dies bedeutet durchschnittlich sechs Monate für 75% der Schäden, Herr Hoenen! Angesichts der klaren Gesetzeslage – finden Sie das nicht ein bisschen lang?

    Und in welchem Zeitraum soll die Regulierungsgeschwindigkeit nicht zurück gegangen sein? Seit 1950? Herr Hoenen, wir schreiben 2012! Es gibt inzwischen Kommunikationsmittel wie E-Mail und Fax, selbst die Post ist weit schneller geworden als sie es noch in den 1980er Jahren war. Wieso können Versicherungen nicht ebenfalls schneller regulieren?

  6. F-W Wortmann sagt:

    Hallo unbekannt 12380,
    …warum wohl, weil die Versicherungen nicht schneller regulieren wollen (Zinsersparnis!) und weil die versicherungen die Geschädigten disziplinieren wollen. Hatte schon Herr Küppersbusch Ende letzten Jahrhunderts gesagt.

    Die modernen Kommunikationsmittel, wie Fax und Internet werden nur gebraucht, wenn es einem selbst nutzt. Das ist z.B. beim Einstellen der Lichtbilder in der Internetrestwertbörse der Fall. Da geht es ganz schnell!!
    Nur nicht bei dem Unfallopfer!

    Mit freundl. Grüßen
    F-W Wortmann

  7. Versicherungsanwalt sagt:

    Achnee,euer Heiligkeit ist genervt.
    Das beweist,dass dieser Blog funktioniert……herrlich,oder!

  8. Willi Wacker sagt:

    Es ist verständlich, dass sich Herr Hoenen als Noch-Präsident des GDV genervt zeigt. Hat doch die ARD mit ihrer Sendung „Plusminus“ am gestrigen 26.9.2012 im Abendprogramm wieder einmal gezeigt, wie unmenschlich Versicherungen handeln. Dieses Mal war es die ADAC-Versicherung. Was hatte der Pressesprecher der Versicherung versprochen: Dass es jetzt zügiger und korrekter gehen soll. Alles nur Geschwafel. ARD und Plusminus haben wieder einmal die Versicherungen demaskiert und das Gegenteil bewiesen.
    Ich hoffe, dass die Witwe es wahr macht und gegen die betreffende Versicherung gerichtlich vorgeht. So kann es auf keinen Fall weitergehen.

    Sehr geehrter Herr Hoenen, es sind nicht die Anwälte, sondern die Versicherungen, die nerven! Wenn sich die Versicherungen doch nur auf das besinnen würden, wozu sie da sind, nämlich die erlittenen Schäden zu regulieren, dann wäre schon viel geholfen. Vielleicht tragen Sie Ihrem Nachfolger das noch auf.

  9. Leser sagt:

    Wie will Herr Hoenen das Verhalten der R+V Versicherung rechtfertigen?

    Bei Hallo Deutschland wurde gestern über das traurige Schicksal eines Mädchens berichtet. Über 10 Jahre schwerst behindert, verweigert die R+V Versicherung als Haftpflicht-Versicherer einer Klinik trotz LG Urteil bis heute jegliche finanzielle Entschädigung. Mehrfach gutachterlich bestätigt, dass die Ursache der Behinderungen des Kindes auf Fahrlässigkeiten der damaligen Geburtsklinik zurückzuführen sind, geht die R+V dennoch gegen das LG-Urteil in Berufung.

    Ich höre gerade, Wiederholung des Berichts kommt gleich bei Volle Kanne.

  10. virus sagt:

    Hallo Leser, ist Geiz auch bei der R+V geil?

    Die Frage könnte sich hier beantworten:

    http://www.presseportal.de/pm/61791/r-v-versicherung-ag

    27.03.2012 | 11:30 |

    Alle Pressemitteilungen
    R+V Versicherung AG

    Bilanzpressekonferenz der R+V Versicherung AG / R+V 2011: Marktposition in allen Sparten ausgebaut und mehr als 340 neue Arbeitsplätze geschaffen

    Wiesbaden (ots) –

    – R+V überschreitet in Deutschland erstmals die
    10-Milliarden-Euro-Beitragsgrenze
    (+4,1 Prozent auf rund 10,1 Mrd. Euro)
    – Leben/Kranken Inland: Im rückläufigem Markt um 1,2 Prozent
    gewachsen – Rekordneugeschäft
    – Schaden/Unfall Inland: Marktüberdurchschnittliches Wachstum von
    7,4 Prozent – sinkende Schaden-/Kostenquote – in Kfz
    Marktposition gefestigt
    – Gutes Konzernergebnis von 285 Mio. Euro vor Steuern trotz
    schwieriger Kapitalmarktsituation und Naturkatastrophen –
    Ratings bestätigen solide Kapitalbasis
    – Jahresauftakt 2012: Sehr gute Beitragsentwicklung fortgesetzt

    „Wir haben in allen Sparten ein hervorragendes Neugeschäft erzielt und unsere Marktposition weiter ausgebaut. Wir sind mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden ….“

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