HUK Coburg Versicherung steht wohl mächtig unter Druck, wenn man deren Versicherungsnehmer direkt auf Kürzungsbeträge der HUK in Anspruch nimmt?

Hier haben wir ein Schreiben der HUK-Coburg-Allgemeine Versicherung AG an deren VN nach einer rechtswidrigen Kürzung des Sachverständigenhonorars durch die HUK. Offensichtlich gibt es inzwischen jede Menge Stress mit deren Versicherungsnehmern, wenn diese direkt durch den Unfallgegner bzw., wie hier, durch dessen Sachverständigen aus abgetretenem Recht auf Kürzungsbeträge der HUK Coburg in Anspruch genommen werden? Nur so kann man das „Vorbeugeschreiben“ der HUK interpretieren. Die Strategie zur Inanspruchnahme der VNs nach Kürzungen durch den eintrittspflichtigen Versicherer geht also voll und ganz auf. Ein Mittel, gegen das kein Versicherungskraut gewachsen ist. Das HUK-Pamphlet ist lediglich ein hilfloser Versuch, der Sache Herr zu werden und schadet der HUK am Ende mehr, als dass es nutzt.

Ob Schreiben wie diese eine Diskreditierung des Sachverständigen darstellen und deshalb eine Unterlassung fällig ist, bedarf der rechtlichen Überprüfung. Insbesondere unter dem Aspekt, dass der (hier betroffene) Sachverständige über jede Menge Urteile verfügt, die das genaue Gegenteil von dem beweisen, was die Fa. HUK Coburg hier (wahrheitswidrig) behauptet. Auf alle Fälle scheint das Wasser der Coburger Versicherung wieder mal so richtig am Hals zu stehen?

Hier nun das Schreiben vom November 2014:

Sehr geehrter Herr … ,

als ihr Haftpflichtversicherer sind wir mit der Regulierung des Schadens aus o. g. Unfallereignis befasst. Vorsorglich möchten wir Sie darauf hinweisen, dass die Gegenseite hier das

SV-BÜRO …

mit der Begutachtung des unfallbeschädigten Fahrzeugs beauftragt hat. Der Inhaber des SV-Büros, Herr … , versucht nunmehr Schadenaufwendungen durchzusetzen, die wir der Höhe nach rechtlich für unbegründet halten und zurückgewiesen haben.

Wir erwarten aufgrund unserer Erfahrung mit diesem Sachverständigenbüro, dass Sie von ihm unmittelbar angeschrieben werden. Dies entspricht zwar nach unserer Auffassung nicht den üblichen Gepflogenheiten bei der Regulierung von Kfz-Schäden, ist aber zulässig.

Das Sachverständigenbüro hat es sich seit geraumer Zeit zum Ziel gemacht, die HUK-COBURG bei ihren Versicherungsnehmern in besonderer Weise in Misskredit zu bringen. In dem Schreiben an Sie soll herausgestellt werden soll, dass die HUK-COBURG angeblich dafür bekannt sei, vorsätzlich Schadenfälle im Widerspruch zum geltenden Recht falsch zu regulieren. Die erhobenen Vorwürfe erhalten aber einer näheren Überprüfung in keiner Weise stand.

Hintergrund der Auseinandersetzungen sind einzelne Rechnungen des Sachverständigenbüros, die von der HUK-COBURG nur teilweise ausgeglichen wurden, wenn diese nach unserer Auffassung den „erforderlichen“ Aufwand zur Schadenbeseitigung gemäß § 249 BGB übersteigen, d. h. zu hoch sind.

Die HUK-COBURG reguliert jährlich über 180.000 Schadenfälle, in denen auch die Erstattung der Kosten eines vom Geschädigten beauftragten Sachverständigen-Gutachten begehrt wird. Lediglich in ca. 2 % dieser Fälle kommt es dabei zu einem Streit über die der Höhe des Sachverständigenhonorars. Denn in der Tat sind wir nicht bereit, überhöhte Preise ohne jede Begründung zu akzeptieren.

Hier hoffen wir natürlich auf die Unterstützung unserer Kunden. Immerhin geht es um Schadenaufwendungen, die jeder Autofahrer mit seiner Versicherungsprämie bezahlt. Würden wir u. E. überhöhte Forderungen akzeptieren, würde das langfristig zu einer Erhöhung der Versicherungsprämien führen.

Die Gerichte stehen in vielen Rechtsstreitigkeiten um die Erstattung von Kosten für Sachverständigenhonorare auf der Seite der HUK-COBURG. Allerdings ist die Rechtsprechung leider nicht einheitlich, so dass es auch zu einem Urteil gegen die HUK-COBURG kommen kann. Jeder Richter ist unabhängig und nicht verpflichtet, sich an die Beurteilung der Rechtslage durch einen anderen Richter oder eine höhere Instanz zu halten.

Auf der Internetseite, auf die Sie von dem Sachverständigenbüro hingewiesen werden, werden nur die negativen Urteile gesammelt. Die hohe Zahl positiver Urteile wird dort nicht zur Kenntnis genommen.

Den Sachverhalt in Ihrem Schadenfall haben wir nochmals geprüft. Im Falle einer Klageerhebung werden wir den Prozess aufnehmen, da nach unserer Ansicht das geforderte Sachverständigenhonorar nicht der Üblichkeit entspricht und damit keinen erforderlichen Herstellungsaufwand im Sinne des § 249 BGB darstellt.

Für den Fall, dass Sie von dem Sachverständigenbüro oder einer Rechtsanwaltskanzlei ein weiteres Forderungsschreiben, einen Mahnbescheid oder eine Klage erhalten, sollten Sie sich umgehend mit uns in Verbindung setzen und uns die Unterlagen zur Verfügung stellen. Nur so können wir ggf. Fristen wahren. Wir werden in diesem Fall, so wie es der zwischen uns geschlossene Versicherungsvertrag vorsieht, für Sie tätig werden, ohne dass Ihnen irgendwelche Kosten entstehen.

Bitte beachten Sie unsere folgenden Hinweise, damit Ihnen und uns keine Nachteile entstehen:

  • Wenn Sie einen Mahnbescheid erhalten, müssen sie innerhalb von 14 Tagen beim
    Gericht ohne Begründung Widerspruch erheben. Senden Sie uns dann den Mahnbescheid und eine Kopie Ihres Widerspruchschreibens umgehend zu.
  • Eine Klageschrift leiten Sie bitte unverzüglich an uns weiter. Fügen Sie bitte unbedingt den blauen bzw. gelben Briefumschlag bei, in dem Ihnen die Klageschrift übersandt wurde. Informieren Sie uns rechtzeitig über festgesetzte Termine.
  • Vergessen Sie bitte nicht, unser Aktenzeichen anzugeben.

Wir werden den Rechtsstreit auf unsere Kosten führen und ihnen mitteilen, welcher Rechtsanwalt Ihre und unsere Interessen vertreten soll.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

HUK-COBURG-Allgemeine Versicherung AG
Ihr Schaden-Team

Na da wird sich der HUK-VN aber freuen, wenn er am Ende zur Zahlung der gekürzten Sachverständigenkosten verurteilt wird? Und das nur, weil seine HUK schon seit 20 Jahren mit dem Kopf durch die Wand will und sich bei den meisten Prozessen eine „blutige Nase“ geholt hat (siehe z.B. Urteilsliste bei Captain HUK).

Eines hat die HUK in dem „Panik-Schreiben“ an deren VN jedoch glatt unterschlagen. An dem gegenständlichen Gerichtsstand, um den es hier geht, hat die HUK schon fast alles verloren, was es nur zu verlieren gibt – einschl. der Berufungsinstanz. Und das ausgerechnet gegen den im Schreiben erwähnten Sachverständigen, der nach Meinung der HUK falsch abrechnen soll. Die Gerichte an diesem Gerichtsstand sind in der Hauptsache anderer Meinung.

Die Vorgehensweise der HUK passt bestens zu der Geschichte mit dem Geisterfahrer: Im Radio wird darüber informiert, dass auf der A 1 ein Geisterfahrer entgegen kommt. Sagt der Geisterfahrer: Nur einer? Bei mir sind es einige Hundert.

Bei der HUK gibt es wohl nicht nur „Geisterfahrer“, sondern offensichtlich auch „Ghostwriter“. Stichwort: „Ihre Schadenteam“. Die sind offensichtlich sogar zu „feige“, ihren eigenen Versicherungsnehmern mitzuteilen, wer für diesen Mist verantwortlich ist?

Diese „Super-Strategie“ der HUK reitet deren Karren in Coburg nur noch weiter in den Dreck. Spätestens nach dem verlorenen Prozess bekommt der betroffene VN schwarz auf weiß, dass ihn seine HUK so richtig für dumm verkauft und in einem aussichtslosen Prozess verheizt hat. Von wegen „Schadensabwehr“, um die Beiträge niedrig zu halten.

Ha, ha, ha…

Als HUK-VN wüsste ich sofort, was zu tun ist, wenn man Schreiben wie diese erhält und nach einer kleinen Recherche im Internet unschwer erkennen kann, dass es ständig Probleme bei der HUK mit der Schadenregulierung gibt. Insbesondere wenn man feststellt, dass die HUK für ein rechtswidriges Schadenmanagement um ein paar Euro notfalls auch den eigenen Versicherungsnehmers „über die Klinge springen lässt“, sollte man schnellstens die Konsequenzen ziehen – Billigtarif hin oder her.  Wozu habe ich denn eine Haftpflichtversicherung? Dass ich am Ende selbst auf der Anklagebank sitze, nur weil einige „Strategen“ perfide Praktiken ausknobeln, um den Versicherungsgewinn in die Höhe zu treiben? Da müsste man schon ein wenig „stupide“ sein, wenn man, im Angesicht der Realität, dann trotzdem den Kopf in den Sand steckt?

Urteilsliste “SV-Honorar” zum Download >>>>>

Siehe hierzu auch:

Captain-HUK-Beitrag vom 08.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 15.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 24.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 30.06.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 10.07.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 01.08.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 20.08.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 28.08.2014
Captain-HUK-Beitrag vom 17.09.2014

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