Hoffentlich nicht HUK versichert – Kasko schon gar nicht?

Wohin es führt, wenn man ein paar Euro sparen will und sich bei einem „Preisbrecher“ versichert, zeigt ein aktuelles Schreiben der HUK-Coburg-Allgemeine Versicherung AG an einen Versicherungsnehmer der HUK, nachdem die Frontscheibe an seinem Fahrzeug beschädigt wurde (Kaskoschaden). Bei dem zugrundeliegenden Versicherungsvertrag handelt es sich um einen Vertrag OHNE WERKSTATTBINDUNG (Kasko Select) – also ohne irgendwelche Einschränkungen bei der Ersatzleistung im Falle einer kaskobedingten Fahrzeuginstandsetzung. Papier ist ja bekanntlich geduldig – insbesondere bei Versicherungen?

Die HUK versucht nun im Schadensfall mit diversen schikanösen Auflagen und Einschränkungen bei der Auswahl einer Werkstatt den Kunden dahingehend zu beeinflussen, das Auto in einer Partnerwerkstatt der HUK reparieren zu lassen.
Die Botschaft ist klar: Kommt das Fahrzeug in unsere Werkstatt, gibt es reichlich Zuckerbrot – bei Auswahl einer anderen Werkstatt gibt es dafür die Peitsche.

Interessant an dem Schreiben ist auch, dass man die „Wertigkeit“ der Werkstätten unterschiedlich beurteilt. Markenwerkstätten erhalten einen höheren Stundenverrechnungssatz sowie selbstverständlich einen Ersatzteilpreisaufschlag (dessen Höhe natürlich die HUK bestimmt) – die „Freien“ hingegen nicht. Der „Fußabtreter“ kann also sehen, wie er mit geringeren Stundeverrechnungssätzen sowie ohne UPE-Aufschlag (betriebswirtschaftlich) über die Runden kommt. Im Rahmen des Teile-Einkaufs beim Markenhändler muss der „Freie“ den ET-Aufschlag allerdings in der jeweils geforderten Höhe berappen. Den Markenhändler interessieren nämlich die Vorgaben der HUK beim Abverkauf von Ersatzteilen nicht.
Der Vorgang ist übrigens auch ein Beleg dafür, dass selbst die HUK zwischen freien und Markenwerkstätten fein säuberlich differenziert und eine „Gleichwertigkeit“, schon aus dieser Tatsache heraus, wohl nicht gegeben ist?

Hier das entsprechende Schreiben der HUK:

Sehr geehrter Herr … ,

Sie haben uns informiert, dass an Ihrem Auto eine Scheibe beschädigt wurde. Wie bereits telefonisch angesprochen, empfehlen wir Ihnen, die Reparatur in einer unserer Partnerwerkstätten durchführen zu lassen.

Hier einige Vorteile für Sie

–     Ihr Fahrzeug wird hochwertig in unseren zertifizierten Partnerwerkstätten repariert

–     Wir verzichten auf eine evtl. vereinbarte Seibstbeteiligung, wenn die Scheibe repariert und nicht ausgetauscht wird

•     Unsere Partnerwerkstätten verwenden beim Scheibentausch Orginalteile

Rufen Sie unsere Mitarbeiter vor Ort an, damit wir Ihnen eine Partnerwerkstatt in Ihrer Nähe nennen können:

0800 2 485445 (Kostenlos aus deutschen Telefonnetzen.)

Falls Sie die Reparatur anderweitig organisieren möchten, holen Sie bitte telefonisch zwei bis drei Angebole verschiedener Firmen ein und vergleichen Sie die Preise. Diese sind oftmals von Region zu Region sehr unterschiedlich. Wenn Sie einen Reparaturauftrag ohne vorherigen Preisvergleich erteilen, könnte es sein, dass wir unter Schadenminderungsgesichtspunkten die Kosten nicht voll erstatten.

Bis zu welcher Höhe wir Stundenverrechnungssätze und Teileaufschläge akzeptieren, hatten wir auch schon im Telefonat besprochen. Gerne teilen wir Ihnen diese Werte auch schriftlich mit.

Wenn Sie Ihr Fahrzeug in einer Markenwerkstatt reparieren lassen, zahlen wir einen Stundenverrechnungssatz um 109,50 € und akzeptieren einen Aufschlag auf die unverbindliche Preisempfehlung in Höhe von 10 Prozent. Hiervon ausgenommen sind Opel-Markenbetriebe. Hier gelten zwar die gleichen Stundenverrechnungssätze, der Teileaufschlag beträgt aber 20 Prozent.

In einer freien Werkstatt beträgt der Stundenverrechnungssatz um 95,00 €. Aufschläge auf die unverbindliche Preisempfehlung für Ersatzteile werden hier jedoch nicht akzeptiert.

Mit freundlichen Grüßen

HUK-COBURG-Allgemeine Versicherung AG
Ihr Schaden-Team

Frecher geht’s wohl nimmer, oder? Zuerst Jahr für Jahr die höheren Versicherungsprämien des „Premium-Tarifs“ einkassieren und dann im Falle eines Schadens den Kunden – mit etwas unterschwelliger Nötigung – in die Abwicklungsschiene des Billig-Tarifes Kasko Select einspuren? Und das bei der HUK-Coburg Allgemeinen Vers. AG. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie entsprechende Schreiben zu einem vergleichbare Kaskoschaden beim „Internet-Billigheimer“ HUK24 AG ausfallen?

So weit ich mich entsinne, steht doch irgendwo in den Versicherungsbedingungen, dass man im Schadensfall den Versicherungsvertrag sofort kündigen kann (Sonderkündigungsrecht)? Sofern „Schweinereien“ wie diese kein Grund sein sollten, von diesem Kündigungsrecht Gebrauch zu machen, was dann?

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