Wie Konzerne mit Werkstätten umgehen, die sich dem Diktat nicht beugen II

Es gibt nichts, was man nicht durch den gezielten Einsatz von fachunkundigem Personal verteuern könnte.

Ausgang Situation ist die Scheibenreparatur, die über die KRAVAG abgerechnet worden ist.  Reparatur gelungen, Kunde zufrieden, 143,50 € Kosten.

Nun erfolgte der beherzte Eingriff des allseits beliebten Ass. jur. und ein Sachverständiger wurde beauftragt. Kunde sauer Kosten stiegen um 140 € auf insgesamt 283,50 €.

Nach dem der hier schon zitierte Brief  den Kunden erreichte, sagte dieser sich, besser die Scheibe tauschen, weitere Kosten von 897,64 € abzüglich 150 € enstanden.

Gesamtkosten nach dem kühnen Einsatz von Herrn ass.jur. 1031,14 € statt 143,50 €, das ist eine negative Ersparnis (der Laie spricht von  zusätzlichen Kosten) von 887,64 € also 618 %.

„Das hat sich nicht gelohnt, Herr Ass. jur“, sagen Dipl.-Handelslehrerin und Dipl.-Betríebswirt.

Selbst wenn die Werkstattm, wie verlangt 283,50 € zahlen würde, wären die  Kosten 604,14 €, also 460,64 € teurer was immerhin noch 321 % wären.

Das würde sich selbst dann nicht lohnen, wenn die Werkstatt die Guachterkosten übernimmt und die Reparturkosten zurückerstattet, also im Erfolgsfall.

„Was tut man nicht alles, um für die Versicherung Kosten zu sparen?“ Würde Herr Ass. jur. nun sagen. „Im Einzelfall lohnt es sich nicht, aber die Masse macht’s“

Über Roswitha Gladel

Wir haben den Kampf gegen die Versicherungen verloren. Endgültig, grausam und für immer.
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6 Antworten zu Wie Konzerne mit Werkstätten umgehen, die sich dem Diktat nicht beugen II

  1. John sagt:

    Gilt die Schadenminderungspflicht nur für Geschädigte/Versicherungsnehmer oder auch für Versicherungen?

  2. Wieso, jeder kann sich selber schaden so viel er will.

  3. Gandolf sagt:

    Dass die Versicherungen das ‚können’, scheint auch die einzig treffende Vokabel für die Charakterisierung der Vorgehensweise in dieser Angelegenheit zu sein.

  4. Andreas sagt:

    Wenns nicht so traurig wäre, wäre es zum Lachen.

    Interessanterweise verlieren die Versicherungen aber genau durch solche Spielchen viele Millionen an Versichertengelder. Da müsste eigentlich beim Schadenersatz im Haftpflichtfall gar nicht mehr „gespart“ werden…

    Grüße

    Andreas

  5. rgladel sagt:

    Wie ja erwähnt, ich bin Betriebswirt und hab das mal nachkalkuliert. Das Einsparpotential liegt bei 43 % bezogen auf die Kosten für Scheibentausch.

  6. rgladel sagt:

    Nur ein Beispiel:Ein Kunde rief an, er habe einen großen Steinschlagschaden an seinem BMW M3, Scheibe mit Regensensor und allem Schnickschnack. Er wünscht eine Reparatur. Vor Ort stelle ich fest, die Scheibe hat eine kleine Absplitterung, wurde verschlossen, aber ne Glasreparatur ist das echt nicht gewesen, also keine Berechnung dieser Arbeit, alles andere wäre unseriös gewesen.

    Der Kunde war fest überzeugt, die Scheibe sei defekt und kurz vor dem reißen. ein Tauschbetrieb hätte ohne Schwierigkeiten das Szenario „Ist bei der Reparatur gerissen“ „Jetzt müssen wir Tauschen“ durchführen können. Kosten für den Tausch laut meinem Kunden 1.200 €, von denen die Versicherung 1050 € übernommen hätte. Die Scheibe wurde erst vor einem halben Jahr getauscht, ob zu Recht – keine Ahnung?

    Da wird das Geld mit beiden Händen geradezu zum Fenster rausgeschaufelt.

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