Foulspiel nach-Fair-Play-Allianz-Regeln – Annerkennungsurteil – LG Augsburg, AZ: 102 O 152/12 vom 14.05.2012

Die Rechtsanwaltskanzlei Werner Dory & Kollegen überreicht seiner Mandantin das nachstehende Urteil und führt im Anschreiben aus:

In diesem Urteil haben wir voll obsiegt und zwar unter Einbeziehung Ihrer beiden Sachverständigengebührenrechnungen. (…) Im Übrigen könnte in Captain-HUK wieder einmal aufgezeigt werden, dass die Allianz bewusst Rechtsstreite provoziert, um sodann am Verhandlungstage die Forderung in voller Höhe anzuerkennen (was außer Spesen nichts zu produzieren vermag).

Seitens des H-Versicherers Allianz wurde der Anspruch des Geschädigten komplett in Abrede gestellt. Den Sachverständigen-Ausführungen wollte man trotz des eindeutigen Sachverhaltes nicht folgen. Es erfolgte keinerlei Regulierung. Erst nach einer neuerlichen Stellungnahme des Sachverständigen unter Vorlage weiterer Detail-Schadenfotos mit entsprechender Kostennote kam man auf Seiten des Versicherers just am Tage des Verhandlungstermins am LG Augsburg zur Besinnung und erkannte – unter Abgabe der Übernahmeerklärung sämtlicher angefallener Kosten – die Eintrittspflicht an.

Landgericht Augsburg

Az.:     102 0 152/12

vom 14.05.2012

 IM NAMEN DES VOLKES

In dem Rechtsstreit

– Klägerin –

Prozessbevollmächtigte;

Rechtsanwälte Dory & Kollegen, Christophstr. 1, 73033 Göppingen,

gegen

1)

– Beklagter –

2)   Allianz Versicherungs-AG, vertreten durch d. Vorstand Severin Moser u.a., An den Treptowers 3, 12435 Berlin

– Beklagte –

Prozessbevolimächtigte zu 1 und 2:

wegen Schadensersatz

erlässt das Landgericht Augsburg -10. Zivilkammer – durch die Richterin … als Einzelrichterin am 14.05.2012 ohne mündliche Verhandlung gemäß § 307 Satz 2 ZPO folgendes

Anerkenntnisurteil

Die Beklagten werden als Gesamtschuldner verurteilt, an die Klägerin 22.085,00 € nebst Zinsen hieraus in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz aus einem Betrag von 21.493,15 € seit 16.09.2011 und aus einem Betrag von 591,85 € seit 25.04.2012 zu bezahlen.

Die Beklagten werden als Gesamtschuldner weiter verurteilt die Klägerin von vorprozessualen Rechtsanwaltsgebühren in Höhe von 1.141,25 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit 16.09.2011 freizustellen.

3.  Die Beklagten haben als Gesamtschuldner die Kosten des Rechts-streits zu tragen.

4.  Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Tatbestand

Die Klägerin macht gegen die Beklagten als Gesamtschuldner Schadensersatzansprüche aus einem Verkehrsunfall am 23.08.2011 um 05:08 Uhr auf der Kreuzung Große Allee …….. in D. geltend.

Der Beklagte zu 1) verschuldete den Unfall allein. Die Klägerin machte ihre Reparaturkosten auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens geltend, das sie der Beklagten zu 2) übersandte. Eine Nachbesichtigung des Unfallfahrzeugs durch die Beklagte zu 2) erfolgte nicht. Mit Schriftsatz vom 20.04.2012 reichte die Klägerin ein ergänzendes Sachverständigengutachten zu den Akten.

Die Klage wurde den Beklagten am 25.01.2012 zugestellt. In der Klageerwiderung vom 08.02.2012 wurde von den Beklagten Klageabweisung beantragt.

Mit Schriftsatz vom 20.04.2012 erweiterte die Klägerin ihre Klage um die Kosten für das ergänzende Gutachten. Mit Schriftsatz vom 07.05.2012 kannten die Beklagten den Anspruch der Klägerin an.

Entscheidungsgründe

Die Beklagten haben als Gesamtschuldner den Anspruch gem. § 307 ZPO anerkannt. Die Entscheidung über die Kosten richtet sich nach § 91 Abs. 1 ZPO. Ein sofortiges Anerkenntnis liegt gem. § 93 ZPO nicht vor. Ein sofortiges Anerkenntnis ist nur gegeben, wenn bereits in der ersten Erwiderung der Anspruch anerkannt wurde. Dies ist hier nicht erfolgt. Auch bestand für die Klägerin Anlass zur Klageerhebung, da schon außergerichtlich eine Zahlungsaufforderung erfolgte. Die Beklagten hatten bereits mit Vorlage des ersten Sachverständigengutachtens die Möglichkeit, den Anspruch dem Grunde nach anzuerkennen, da das Verschulden an dem Unfall allein den Beklagten zu 1) traf. Die Beklagten hätten auch weitere Bilddokumentationen bei der Klägerin anfordern können, sofern die bereits vorgelegte Bilddokumentation für die Überprüfung des Schadens nicht ausgereicht hätte. Eine Nachbesichtigung war aufgrund des Sachverständigengutachtens entbehrlich.

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