Versicherung will bei fiktiver Abrechung die laut Gutachten ausgewiesenen Reparaturkosten kürzen

Bei der Diskussion des folgenden Sachverhalts, der uns so schon mehrfach von unseren Auftraggebern mitgeteilt wurde, würde mich besonders interessieren, inwieweit in solchen Fällen  gegen geltendes Recht verstoßen wird und wie der genannte Sachverhalt zivilrechtlich zu bewerten wäre.

Die Versicherung teilt dem Geschädigten folgendes mit:

nach Prüfung dieser Angelegenheit anhand der uns vorliegenden Unterlagen rechnen wir – ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und ohne damit etwaige Ansprüche unseres Versicherungsnehmers beeinträchtigen zu wollen – wie folgt ab:

Reparaturkosten lt. Prüfbericht   1.212,94 € (netto), Auslagenpauschale 20,00 €.

Laut Gutachten betragen die Reparaturkosten jedoch 1.356,71 € (netto), außerdem wurde eine Kostenpauschale von 25,00 € geltend gemacht.

Später heißt es weiter: Die Auslagenpauschale kann in der geforderten Höhe ohne Einzelnachweis nicht übernommen werden.

Das uns eingereichte Gutachten bzw. den uns eingereichten Kostenvoranschlag haben wir prüfen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass die Instandsetzung des vom Schaden betroffenen Fahrzeuges preiswerter möglich ist. Wir haben den Prüfbericht anliegend zur Kenntnis beigefügt.

Wird uns keine Reparaturrechnung eingereicht, kann nur der Prüfbericht als Grundlage der Entschädigung dienen.

Der Prüfbericht wurde erstellt von einer SSH GmbH, darin enthalten eine Tabelle, eine Kalkulation ist nicht beigefügt, die die einzelnen Reduzierungen bei den Lohn- und Lackierungskosten ausweist.

Hierbei beruft sich der Sachverständige auf die Lackierungskosten und den Arbeitslohn einer freien Werkstatt.  Der Geschädigte hat jedoch sein Fahrzeug in seinem Autohaus reparieren lassen.

Chr. Zimper

Stendal, 24.08.06     Nachtrag

eben ist mir gerade die SSH-GmbH wieder über den Weg gelaufen. Und zwar als Schadenreguliergbeauftragter (ob sich das Wort im Duden findet) einer holländischen Versicherung unter dem Namen Avus-SSH GmbH, mitgeteilt durch den Zentralruf.  Dorthin sollten wir nach telefonischer Rücksprache das von uns erstellte Gutachten schicken. Haben wir jetzt ein Gutachten erstellt, welches eigentlich die Avus-GmbH erstellen sollte? Wir werden nun unser Gutachten diesen Umweg ersparen und es direkt an die Versicherung schicken.

Urteilsliste "Fiktive-Abrechnung" zum Download >>>>>

Dieser Beitrag wurde unter Fiktive Abrechnung, Haftpflichtschaden, Lohnkürzungen, SSH, Stundenverrechnungssätze veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

67 Kommentare zu Versicherung will bei fiktiver Abrechung die laut Gutachten ausgewiesenen Reparaturkosten kürzen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.