Sind Vertrauensbetriebe arbeitsmüde?

Ich habe nunmehr relativ kurz hintereinander zwei ähnliche Fälle gehabt, bei denen die durch den Versicherer vorgeschlagene Reparaturwerkstatt keinen Kostenvoranschlag erstellen wollte.

Fall 1: Teilkaskoschaden mit Rep.-kosten ca. 450,00 netto

Der Schaden war für den Vertrauensbetrieb allerdings gänzlich unlukrativ, denn es mussten nur zwei kleinere Teile erneuert und das Fahrzeug vermessen werden. In diesem Zusammenhang das Fahrzeug aus dem 35 km entfernten Ort abzuholen und auch noch zu waschen, war wohl zu viel verlangt. Als der Halter nämlich für den KV vorfuhr, sagte der Werkstattmeister, dass der Schaden unter 150,00 Euro (also niedriger als SB) liege. Tatsächlich liegt der Schaden jedoch in der oben angegebenen Höhe. Da ich den Versicherungsvertreter sehr gut kenne und er vom Verhalten seiner Gesellschaft mehr als entgeistert ist, habe ich den Schaden kalkuliert.

Die DEKRA, die von der Versicherung (VHV…) nun eingeschaltet wurde, ermittelte erst einmal 200 und ein paar Zerquetschte, weil der „Sachverständige“ das Fahrzeug nicht auf einer Hebebühne besichtigt hat und somit ein Teil und die Vermessung vergessen hat. Wie schön, dass ich von allem Bilder habe…

Fall 2: Haftpflichtschaden

Das Fahrzeug erlitt einen Schaden hinten rechts. Der Stoßfänger war vorgeschädigt. Zur ordnungsgemäßen Schadenfeststellung ist die Demontage des Stoßfängers erforderlich. Ich habe das getan und festgestellt, dass sich unterhalb des Stoßfängers noch Schäden befinden.

Die Versicherung (DEVK…) hat den Kunden zu einer Vertragswerkstatt geschickt, um dort einen KV erstellen zu lassen. Der Meister hat den Kunden weggeschickt mit der Meinung, dass der Stoßfänger eh schon kaputt gewesen ist und drunter sei nichts.

Leider falsch wie ich in meinem Gutachten nun festgehalten habe… Der Kunde allerdings macht nun keine gute Werbung für die Vertragswerkstatt.

Fazit:

In beiden Fällen waren die möglichen Reparaturen nicht attraktiv genug, da zu viele „Nebenleistungen“ hätten erbracht werden müssen. Deshalb wurden die Kunden fehlerhaft beraten. Hätten sich die Kunden darauf eingelassen, wäre ihnen ein nicht unerheblicher Schaden von mehreren Hundert Euro entstanden. Wohl dem, der sich das in der heutigen Zeit leisten kann.

Beide Kunden sind mittlerweile sensibilisiert für die Machenschaften der Versicherer und werden diese Erfahrungen weitergeben. Hoffen wir, dass es andere Geschädigte schützt.

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