Fairplay der Allianz – für das Unfallopfer doch nur ein weiteres Schadensteuerungsmodell?

Allianz-Chef Michael Wagner äußert sich zur Schadensteuerung durch den Versicherer:

Quelle: http://www.autohaus.de/nachrichten/707671/ah_artikel

„Fairplay ist das diametrale Gegenteil von Schadensteuerung“
In einer Blitzumfrage, die AUTOHAUS Online vergangene Woche zum Thema Schadensteuerung durchführte, gaben die Leser ein klares Votum gegen die Schadensteuerung via Partner-Werkstätten-Netz ab: 77 Prozent aller Befragten fanden die Entwicklung schlecht.

Der Versicherer Allianz und dessen Vertriebspartner aus der Automobilindustrie – allesamt vom Umfrage-Ergebnis nicht überrascht – machten in dieser Woche gegenüber unserer Redaktion daraufhin aufmerksam, dass die Schadenmanagement-Konzepte der beiden in der Umfrage namentlich genannten Assekuranzen Allianz und Huk-Coburg dem berühmten Vergleich von Äpfel und Birnen in nichts nachstünden.

Mit Allianz-Schadenchef Michael Wagner ergab sich nachfolgend wiedergegebenes Gespräch, in dem der „geistige Vater“ des Allianz Fairplay-Konzeptes auch zum Ausdruck bringt, wie er das Umfrageergebnis sieht:

M. Wagner: Zunächst einmal möchten wir von unserer Seite her eines klarstellen: Bei dem Fairplay-Konzept der Allianz handelt es sich nicht um ein Schadensteuerungsmodell, wie es einige unserer Mitbewerber betreiben, sondern um ein Konzept zur qualifizierten, effizienteren Schadenabwicklung, also das diametrale Gegenteil dessen, was viele unserer Wettbewerber heute betreiben und letztlich auch Ihre Leser bemängelt und in der Mehrheit abgelehnt hatten.

AH: Wo liegt da für Sie der exakte Unterschied?

Bei der Schadensteuerung wird der Kunde durch den Versicherer in ein Partner-Werkstatt-Netz gesteuert. Der Autobesitzer kann also nicht in die Werkstatt seiner Wahl gehen. Zwischen dem Versicherer und der Werkstatt besteht in der Regel ein vertragliches Verhältnis, das auch die Kosten regelt.

Und bei Fairplay?

Fairplay schränkt den Autobesitzer in keiner Weise bei der Wahl der Werkstatt ein. Dem Kunden steht es weiterhin frei, seine Wunschwerkstatt mit der Reparatur zu beauftragen. Entscheidet er sich für eine Fairplay-Werkstatt, bearbeitet diese den Schadenfall nach den gemeinsamen Fairplay Regeln, die für alle Beteiligten klare Vorteile bringt.

Können Sie das bitte etwas genauer erläutern?

Fairplay steht ja für eine schnelle, unkomplizierte Abwicklung von Unfallschäden zwischen dem Fairplay-Partner und der Allianz durch einen standardisierten Ablauf. Die vom Kunden beauftragte Werkstatt erhält in der Regel innerhalb von zwei Stunden die Reparaturfreigabe und somit grünes Licht für den Reparaturbeginn. Fahrzeugbesichtigungen sind nur noch im Ausnahmefall erforderlich. Bei der Abrechnung gibt es aufgrund der gemeinsamen Fairplay-Regeln auch weniger Rückfragen. Fairplay erhöht also die Kundenbindung und senkt die Verwaltungskosten. Der Kunde erhält schnell und unkompliziert ein in einer Fachwerkstatt mit Originalersatzteilen nach Herstellervorgaben ordnungsgemäß und hochwertig repariertes Fahrzeug zurück.

„Stundenverrechnungssätze nicht reduziert“
Und was ist mit den Stundenverrechnungssätzen?

Die Regeln der Reparatur orientieren sich bei Fairplay nach den Herstellervorgaben. Die Stundenverrechnungssätze legt jede Werkstatt nach dem marktgerechten, ortsgegebenen Niveau selbst fest. Nochmals: Eine Reduzierung der Stundenverrechnungssätze bei den Fairplay-Partnern ist ausdrücklich kein Ziel im Fairplay- Konzept.

Zurück zur Umfrage. Dann hat Sie also das Ergebnis der Umfrage nicht überrascht?

Nein, überhaupt nicht. Ich kann die Vorbehalte der befragten Autohäuser auch gut verstehen. Dies war ja auch ein Grund, dass wir mit Fairplay ein Konzept entwickelt haben, das aus unserer Sicht für die Autohäuser und natürlich auch für die Autobesitzer eine fairere und sinnvollere Alternative zu einem Schadensteuerungsmodell darstellt.

Erstmal ist zu klären, wie wird im Lexikon diametral definiert

diametral [griechisch, zu diámetros »Durchmesser«],  allgemein: gegenüberliegend, entgegengesetzt – abgeleitet von diametrisch = dem Durchmesser entsprechend. Der Begriff  Diametral vermittelt die Vorstellung von zwei nicht zu vereinbaren Punkten auf einer Kreisbahn, somit absolut gegensätzlich und derart weit voneinander entfernt, dass die beiden Aspekte, die sich diametral entgegenstehen unmöglich miteinander vereinbar sind.

Fairplay – der neue Weg zur Unfall-Schadenregulierung ist also nach Meinung von Herrn Wagner  z.B. mit dem Schadenmanagement der HUK-Coburg – Lenkung des Versicherten und Geschädigten in Vertrauenswerkstätten der HUK-Coburg Versicherung, nicht zu vergleichen.

Dem Unterzeichner liegen das Regelwerk zur Teilnahmevereinbarung, die Vorgaben der Schadenfeststellung und die Vereinbarungen zur Schadenabwicklung, Stand 04/2008 vor.

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Nach Studium der Vereinbarungen, Anweisungen und der Handhabung der Abwicklung der Unfallschäden bleibt die Erkenntnis – die Dokumentation des Schadens und die Festlegung der Schadenersatzansprüche soll  auch bei den Allianz Versicherungen durch den Unfallgegner,  mit Hilfe des Vertragspartners  – Reparaturbetrieb des Unfallopfers – unter Kontrolle und Vorgabe der Firma controlexpert erfolgen. Die Fa. Control€xpert wickelt künftig die Schäden im Rahmen des Fairplay-Konzeptes ab, obwohl in Fachkreisen als auch bei Geschädigten bestens bekannt ist, dass die Fa. Control-Expert im Auftrag vieler Versicherer korrekte Schadensforderungen entgegen der geltenden Gesetzeslage und unter Missachtung der aktuellen Rechtsprechung herunterkürzt.

Wenn Herr Wagner nun von Äpfel und Birnen spricht, welche nicht miteinander verglichen werden könnten – so ist doch beides Obst – ergo – ob nun Schadenmanagement mit  Vertrauenswerkstätten sowie vertraglich gebundener DEKRA-Gutachter  oder „Fairplay – incl. Control Expert – die neue Unfallschadenregulierung“  – beides führt zu Nachteilen bei  Versicherten bzw. Unfallopfern sowie zu ungesunden Abhängigkeiten der Reparaturbetriebe gegenüber den Versicherern.

Einzig diametral entgegen steht somit auf der einen  Seite die  Schadensteuerung z.B. der HUK-Coburg in direkter Nachbarschaft der  Fairplay-Unfallregulierung der Allianz, meilenweit entfernt seitens der Anspruchstellung des Unfallgeschädigten durch Beweissicherung auf Grundlage des erstellten Gutachtens vom eigens beauftragten Sachverständigen,  incl. der Durchsetzung  aller Schadensersatzpositionen  unter Zuhilfenahme eines versierten Verkehrsrechtsanwaltes.

Für heute soll es das gewesen sein.

Euer  Virus

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