Restwertabzug bei Weiterbenutzung eines total beschädigten Fahrzeuges (VI ZR 120/06 vom 06.03.2007)

BGH – Urteil v. 6.03.2007  VI ZR 120/06 (LG Heilbronn)

Benutzt der Geschädigte im Totalschadenfall (hier: Reparaturkosten höher als 130 % des Wiederbeschaffungswertes) sein unfallbeschädigtes, aber fahrtaugliches und verkehrssicheres Fahrzeug weiter, ist bei der Abrechnung nach den fiktiven Wiederbeschaffungskosten in der Regel der in einem Sachverständigengutachten  für den regionalen Markt ermittelte Restwert in Abzug zu bringen. Der Restwert laut Gutachten am örtlichen Markt betrug max. 500,00 €. Die verklagte Versicherung hatte ein Restwertangebot 1.300 € brutto aus Norddeutschland.

Aus den Gründen ….II. Die Erwägung des BerGer. halten einer revisionsrechtlichen Prüfung nicht stand. Der Kläger muss sich bei der Schadenabrechnung auf Gutachterbasis  n i c h t   den Restwert von 1.300 € anrechnen lassen, obwohl der Sachverständige das verunfallte Fahrzeug nur mit 500 € bewertete.Später heißt es: „Er ist grundsätzlich nicht verpflichtet, einen Sondermarkt für Restwertaufkäufer im Internet in Anspruch zu nehmen. Auch kann er vom Schädiger nicht auf einen höheren Restwert verwiesen werden, der auf einem Sondermarkt durch spezialisierte Restwertaufkäufer erzielt werden könnte.

Fazit: Überregionale  Restwertbörsen sind im Haftpflichtschadenfall nicht heranzuziehen, da für den Geschädigten völlig unrelevant. Die Konsequenz für jeden Geschädigten kann daher nur sein, zur Schadenfeststellung einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen, um keinen meist sogar erheblichen finanziellen Nachteil zu erleiden.

SV Büro Zimper

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